
Winterhochzeit: Heiraten im Winter
Winterhochzeiten sind seltener als Hochzeiten im Frühling oder Sommer. Fotografisch finde ich sie aber gerade deshalb interessant.
Der Winter verändert einen Hochzeitstag deutlich. Das Licht ist weicher, die Tage sind kürzer, viele Teile der Feier finden früher am Abend statt und die Stimmung verlagert sich stärker nach innen.
Schnee kann natürlich wunderschön aussehen. Ich würde eine Winterhochzeit aber nie davon abhängig machen, ob tatsächlich Schnee liegt. In Deutschland ist das kaum planbar. Viel wichtiger ist, dass der Tagesablauf zum vorhandenen Licht passt.
Was bei einer Winterhochzeit wirklich wichtig ist
Der größte Unterschied zu einer Hochzeit im Sommer ist die kurze Zeit mit natürlichem Licht.
Wenn eine Trauung erst am späten Nachmittag beginnt, bleibt im Dezember oder Januar oft nur wenig Zeit für Paarfotos draußen. Deshalb würde ich das Licht schon bei der Planung berücksichtigen.
Ein First Look vor der Trauung kann zum Beispiel sinnvoll sein. Auch Paarbilder am frühen Nachmittag funktionieren im Winter oft besser als ein längeres Shooting kurz vor dem Dinner.
Das bedeutet nicht, dass ein Hochzeitstag komplett nach dem Fotografen geplant werden muss. Aber eine halbe Stunde früher oder später kann im Winter einen deutlichen Unterschied machen.
Hochzeitsfotos im Winter, auch ohne Schnee
Eine Winterhochzeit braucht keinen Schnee, um gut auszusehen.
Grauer Himmel kann sehr weiches Licht geben. Kahle Bäume, Nebel oder eine zurückhaltende Landschaft wirken auf Bildern oft ruhiger als ein sonniger Sommertag.
Ich versuche deshalb nicht, eine Winterhochzeit wie eine Sommerhochzeit aussehen zu lassen. Die Jahreszeit darf sichtbar bleiben.
Interessant finde ich auch den Wechsel zwischen draußen und drinnen. Kaltes Tageslicht vor der Tür, warmes Licht in den Räumen, Kerzen, Fenster und später die Beleuchtung am Abend geben einer Reportage einen ganz eigenen Rhythmus.
Hochzeit im Schnee
Wenn tatsächlich Schnee liegt, verändert sich die Wirkung natürlich noch einmal.
Das Licht wird heller und reflektiert stärker, Farben wirken klarer und selbst einfache Hintergründe können sehr ruhig aussehen.
Für Hochzeitsfotos im Schnee braucht es meistens keine aufwendige Inszenierung. Ein kurzer Spaziergang mit dem Paar reicht oft schon.
Wichtiger ist, praktisch zu denken: warme Schuhe zwischen den Bildern, etwas Zeit zum Aufwärmen und keine zu langen Shootings draußen.
Die Hochzeit sollte schließlich nicht zu einer Fotosession im Kalten werden.
Heiraten im Winter
Ich würde eine Winterhochzeit vor allem Paaren empfehlen, die die Jahreszeit wirklich mögen.
Nicht wegen angeblich günstigerer Preise, nicht wegen der Hoffnung auf Schnee und auch nicht, weil der Winter automatisch romantischer ist.
Eine Hochzeit im Winter funktioniert gut, wenn man akzeptiert, dass sie anders aussieht als eine Sommerhochzeit.
Der Tag wird früher dunkel. Die Feier verlagert sich schneller nach innen. Licht, Räume und Atmosphäre spielen eine größere Rolle.
Genau daraus können aber sehr unterschiedliche Bilder entstehen.
Für mich ist eine gute Winterhochzeit deshalb keine Sommerhochzeit mit Schnee. Sie hat ihren eigenen Charakter.
Weitere Reportagen findet ihr in meinen Hochzeitsreportagen.
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